Test auf Histiozytäres Sarkom

 

Eine genetische Selektionshilfe steht Züchtern zur Verfügung

Die Forschung zum Thema Histiozytäres Sarkom beim Berner Sennenhund schreitet voran

Histiozytäres Sarkom (früher maligne Histiozytose) ist eine häufige Todesursache beim Berner Sennenhund. Es ist eine Krebserkrankung der Histiozyten, die als Immunaktive Zellen in Lymphknoten und einer Vielzahl von Organen vorhanden sind. Bisher besteht keine effektive Behandlungsmöglichkeit, die Erkrankung ist tödlich.

Wie wird das Histiozytäre Sarkom diagnostiziert?
Derzeit besteht die einzig definitive Diagnoseoption in der histologischen Analyse (Ihr Tierarzt sendet eine Formalin-fixierte Gewebeprobe des Tumors an ein Diagnostik-Labor.

Welche Ursachen hat Krebs? Warum ist Krebs so häufig?
Die Entwicklung dieser Krebsform involviert mehrere Gene und Umweltfaktoren, die den Vererbungsmodus sehr komplex machen.
Die Erkrankung tritt spät auf, oft nachdem der Hund bereits in der Zucht verwendet wurde und so seine Prädisposition für diese Erkrankung an seine Nachkommen weitergegeben hat und die Erkrankung so verbreitet hat.

Seit über acht Jahren arbeiten das Hundegenetik-Team des CNRS in Rennes (Frankreich) und ihre Kollegen an einer genetischen Studie an Histiozytärem Sarkom beim Berner Sennenhund.

Die Analyse einer großen Anzahl von Proben (mehr als 1000 Berner Sennenhunde) von betroffenen und alten gesunden Hunden ermöglichte die Lokalisierung von Regionen des Genoms, die an dieser Erkrankung beteiligt sind und wodurch genetische Marker identifiziert werden konnten, die mit dem Risiko diese Erkrankung zu entwickeln und weiterzugeben assoziiert sind. Die Gene in diesen Regionen werden weiter untersucht.. Die Gene in diesen Regionen werden weiter untersucht.

Dank eines großen Familienstammbaumes mit mehr als 300 Hunden, davon 150 betroffenen Hunden, und der Überwachung von Hunden, die diese Krebsform entwickeln, konnten Epidemiologie und Klinische Zeichen dieser Erkrankung charakterisiert werden und ein oligogenetischer Vererbungsmodus mit nur wenigen involvierten Genen gezeigt werden.

Diese Studie ist das Ergebnis von langandauernder Zusammenarbeit von Forschern, Tierärzten, Zuchtvereinen und vieler Züchter und Besitzer in Frankreich und dem Ausland.

Um mehr über diese Forschungsarbeit zu erfahren, click here

 

Um Züchtern zu ermöglichen, von diesen ersten Forschungsergebnissen zum Histiozytären Sarkom beim Berner Sennenhund zu profitieren, hat das ANTAGENE Labor in Zusammenarbeit mit dem CNRS Hunde-Genetik-Team in Rennes einen genetischen Test entwickelt.

 

Die Ergebnisse des Tests für das Histiozytäre Sarkom werden als genetischer Index ausgedrückt, der auf der statistischen Analyse der genetischen Marker aus Forschungsdaten basiert. Der Test ist ein Hilfsmittel zur Auswahl von Zuchthunden und stellt keinen Test zur individuellen Erkrankungsvoraussage dar. Der Test für das Histiozytäre Sarkom ist ein genetisches Hilfsmittel um Züchtern bei der Planung von Paarungen und anderen Zuchtentscheidungen zu helfen, um so die Inzidenz von Histiozytären Sarkomen bei Berner Sennenhunden zu reduzieren.

Der genetische Index basiert auf genetischen Markern (panel SH0912) aus den Forschungsdaten über das Histiozytäre Sarkom bei Berner Sennenhunden.

Dieser Index wurde aus einer Population von 1081 europäischen – hauptsächlich französischen - Berner Sennenhunden.

 

  • Der Test für das Histiozytäres Sarkom drei mögliche Ergebnisse, die in Form eines Index ausgedrückt werden:

IndexErläuterung
ABei diesen Hunden besteht eine 4 - fach erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sich kein Histiozytäres Sarkom entwickelt.
BNeutraler Index
C

Bei diesen Hunden besteht eine 4 –fach erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Histiozytäres Sarkom entwickelt. Das Risiko einer Übertragung von Markern, die mit der Krankheit in Verbindung stehen ist erhöht.

 

  • Tipps zur Verwendung dieses Index für Züchter

Bei der Auswahl eines Welpen aus einem Wurf für die Zucht, ist es wichtig, denjenigen mit dem besten Index den Vorzug zu geben.

Es ist essenziell in der Paarungsplanung und Auswahl von Zuchthunden, ausreichende genetische Vielfalt innerhalb der Rasse zu erhalten. Dieser genetische Test soll nur ein Auswahlkriterium von vielen sein.

 

  • Empfehlungen

Ein Hund mit C Index, der ansonsten für die Rasse wichtige Qualitäten hat, soll nicht aus der Zucht genommen werden, jedoch soll dieser Hund nur mit Hunden mit A oder B Index verpaart werden. Paarungen sollen so geplant werden, um C x C Verpaarungen zu vermeiden.

 

Da dieser Test ein Hilfsmittel zur Auswahl von Zuchthunden ist, ist er nur Züchtern zugänglich.

 

Wie fordert man den Test für das Histiozytäre Sarkom an?

• Die Einverständniserklärung in doppelter Ausführung ausdrucken und unterschreiben.

• Folgendes soll an ANTAGENE geschickt werden:
   - Die Blutprobe (EDTA-Blut) – bei Welpen unter 3 Monaten wird ein Wangenabstrich akzeptiert.
   - Ein Probezertifikat mit Bestätigung der Probenabnahme durch den Tierarzt (mit Stempel und Unterschrift). Ankreuzen “antagene SCORING“ und geben Sie “SH Test“. Bei Proben nur im Rahmen der Forschung vorgelegt, kreuzen Sie “Sammlung für die Forschung“.
   - Zahlung bzw. Zahlungsbestätigung von 115€ pro georderten Test.
   - Eine der unterschriebenen Ausdrucke der Einverständniserklärung (im Original)
• Um weitere Forschung mit dieser Probe zu ermöglichen, wird auch darum gebeten, eine Kopie des Abstammungsnachweises an ANTAGENE zu schicken und den Klinischen Fragebogen für jeden Hund auszufüllen. Es ist wichtig, diesen online-Follow-up-Fragebogen regelmäßig auszufüllen (click here)

• Das Ergebnis des Tests wird per E-mail im PDF-Format innerhalb von 10 – 15 Tagen mitgeteilt.

 

Warum ist es wichtig, die Forschungsarbeit weiterzuführen?

Der Test für das Histiozytäre Sarkom ist nicht das Ende dieser Forschungsarbeit, sondern ein Schritt in der Forschung zum Histiozytären Sarkom. Der Test wird mit weitergehender Forschung optimiert und nachjustiert. Dafür ist Ihre Mitarbeit essentiell.

Teilnahme an der Forschung ist kostenfrei und alle Informationen zu dem Hund und dem Besitzer werden mit  höchster Vertraulichkeit behandelt.

Für weitere Informationen zur Forschungsteilnahme:  

Hunde-Genetik Team CNRS Rennes

Email : cani-dna@univ-rennes1.fr
Website : http://dog-genetics.genouest.org